2020: Wanderfahrten

Zusammenfassung der Berichte über das Freizeitrundern und die Wanderfahrten aus dem Jahr 2020


Wieder Aktivitäten am Bootshaus

(August 2020) Nach der für die meisten aktiven Ruderer schrecklichen Zeit der Einschränkungen des Ruderbetriebs am Bootshaus ist nun allmählich wieder Leben in den Ruderbetrieb, auch für Ältere und Großboot - Junkies, eingekehrt.

Sicher - die Jugendruderinnen und  -ruderer hatten schon seit 9. Mai die Möglichkeit des Ruderns auf dem Main, aber es gab und gibt doch auch eine große Anzahl von Aktiven, die gerne wieder in ihren angestammten Gruppen im Großboot aktiv werden wollten und die vom Hessischen Ruderverband immer weiter nach hinten geschobenen Lockerungen, bei allem Verständnis für die Sicherheit, nicht oder kaum nachvollziehen konnten. Endlich - ab 11. Juni 2020 - war dann auch das Rudern für Ältere, Alte und  vermeintlich jung Gebliebene im Großboot möglich, auch wenn sich doch manche  nicht mehr ganz so Junge in den Einer oder Zweier gerettet hatten.

Was natürlich die Aktivitäten erleichterte war, dass der Wirt und sein Personal wegen der Gastronomie am Fluss regelmäßig die Exkremente der Enten und Gänse beseitigen mussten, so dass der Tanz über die Häufen nicht so oft und intensiv nötig war.

Aber: jeder kann seinen Teil dazu beitragen, dass sich die Plagegeister bei uns nicht so wohl fühlen. Jeder kann durch lautes Rufen und Händeklatschen die Biester vertreiben, auch wenn einmal zwei oder mehr Versuche notwendig sind. Sie kommen dann auch nur sehr selten wieder. Also keine faulen Ausreden.

Glücklicherweise spielte das Wetter fast immer mit, so dass der Ruderei nichts im Wege stand, und letztlich alle wieder ihren Wassersport betreiben konnten, natürlich mit den üblichen Behinderungen. Einmal schwimmt ein großer Ast oder schon ein Bäumchen in der Fahrtstrecke, einmal fährt wieder ein Motorboot unverschämt schnell und nah an uns vorbei. Auch die Fracht - und Passagierschiffe stellen immer wieder eine Gefahrenquelle dar und schließlich muss ein Pulk Schwarz - oder Nilgänse aus der Fahrtroute vertrieben werden. Aber es gibt auch immer wieder neue Erkenntnisse, zum Beispiel dass der Main auch versunkene Schätze freigibt, wie die beiden schon starkschlammverkrusteten Autos, die kurzzeitig in Steinheim und Klein- Auheim am Flussufer lagen.

Allmählich hat man allerdings den Eindruck, dass die Wachsamkeit gegen Corona stark - zu stark - nachlässt. Alle Appelle des Vorstands sorgfältig zu desinfizieren nützen nicht,wenn sie nicht in die Praxis umgesetzt werden und wenn dann Hinweise, doch gründlich zu desinfizieren und die Skulls nicht einfach wegzuhängen, mit dem Kommentar"...das machen wir immer so" quittiert werden. Also: nicht nachlassen und wachsam und sorgfältig bleiben. Und noch ein Tipp: wer sichergehen will, kann ja auch vor dem Rudern die Skulls desinfizieren.

Das Leben am Bootshaus nimmt langsam wieder einigermaßen normale Formen an.

Aber die Bitte an alle: nicht zu normal, lieber ein bisschen vorsichtig.

Herbert Schächtele


Wanderfahrt - Fast nach Rüsselsheim

Am 12.8.2020 um ungefähr 9.00 starten wir zur ersten unserer zwei „Ersatzwanderfahrten“, die coronabedingt anstelle der Weserwanderfahrt von Siegrun und Klaus Stall in bewährt sorgfältiger und professioneller Manier vorbereitet worden sind.

Es sind dabei: Siggi, Carla, Andrea, Bettina und Martin Brüggemann in der „Elfriede Best“ und Elke, Heike, Monika, Klaus und Herbert S. im „Otto Hahn“.

Wir wollen von Hanau über Frankfurt nach Rüsselsheim fahren – eine Strecke von ca.  46 km, die angesichts der herrschenden Temperaturen eine kleine Herausforderung darstellt.  Als wir losfahren ist es noch etwas bedeckt, wir sind mit Getränken (Wasser und Seppelchen) gut versorgt, bester Laune und hochmotiviert. Dankenswerterweise sind insgesamt verhältnismäßig wenige Motorboote unterwegs. Wir haben weitgehend unsere Ruhe.

Eine erste längere Wartezeit umgehen wir durch Umtragen der Boote an der Mühlheimer Staustufe (es erwarten uns vier!).  Klappt auch mit den großen Booten wunderbar. Wir machen häufig Pausen, um uns unsere Kappen mainwassergefüllt auf den Kopf zu stülpen und auch innerlich für Feuchtigkeit zu sorgen. Der Main ist wunderschön, kleine Biotop-Inselchen mit Vögeln aller Art – Angler, Schwimmer, Vagabunden, Enten, Kormorane usw.  Ein bisschen was von dem einstmals so reich besiedelten Fluss ist noch da! Wir freuen uns immer wieder, auf diese besondere Weise die Natur erleben und genießen zu dürfen: Sport, Natur, Kultur -  eine geniale Kombination!

Apropos Kultur: Der „Bierhannes“ erinnert uns: hier wollen wir ja auch nochmal hinrudern!!

Die Fahrt bis zum ersten Stopp Rudererdorf läuft trotz einer weiteren Schleuse flott, und wir sind rechtzeitig zum Mittagessen da.  Wichtig: Vor den vielen Standup-Paddlern einzulaufen,  um das Servicepersonal der Gastronomie vor dem Hitzekollaps noch „gebrauchen“ zu können. Klappt!

Die Weiterfahrt „durch die Innenstadt“ ist zwar optisch ein Highlight, zum Rudern allerdings sehr unangenehm. Durch die beidseitigen Spuntwände ist das Wasser kabbelig und anstrengend. Ab Schwanheim wird’s besser. Immer wieder erstaunlich sind die gänzlich anderen Eindrücke einer Landschaft vom Fluss aus, tröstlich irgendwie – weil sehr grün. Im weiteren Zeitverlauf wird uns klar, dass ein Erreichen des Ziels mit dem Beibehalten einer entspannten Schlagzahl und weiteren Landaufenthalten einschließlich Einkehren nichts wird.  Zumal bei Griesheim eine weitere Staustufe auf uns wartet. Hier besteht die Möglichkeit der Nutzung einer Kleinbootschleuse – da liegt auch eins: ein Kleinboot namens „Nudel“. Man erkennt sofort, dass die Weiterfahrt flussabwärts mit großem zeitlichem Aufwand verbunden ist. Bei der „Nudel“ tut sich Garnichts. Also greifen wir wieder zur „manpower“ (Sorry,w) und tragen um. Und wie! Erstmal vorbei an Brennnesseln, Pfefferminze und Brombeerranken auf der einen und steilen Stufen auf der anderen Seite zu einer Art „Steg“, von dem aus wir ein Boot ins Gebüsch ziehen können, um dann das andere anzulegen und zu besteigen. Ein gewisses Maß an Improvisationstalent und Abenteuerlust ist gefragt und gegeben. Außerdem macht Carla auf die Möglichkeit aufmerksam, sich ein paar Ableger für den Gartenteich mitzunehmen. Eine wirkliche Versuchung! Wir fahren zügig weiter, der Himmel trübt sich ein, und Sturmböen erschweren die Fahrt, in Flussmitte  erleben wir sogar richtige Dünung. Fast Off-shore-rowing! Der damit verbundene Zeitaufwand zusammen mit Donnergrollen in der Ferne erfordern eine vorzeitige Beendigung der Fahrt mit nur noch 2 km, die uns vom Ziel trennen. Eine bittere, aber „vernünftige“ Pille! Wir legen an am Flörsheimer Ruderclub und erfahren spontane Hilfestellung durch Umzieh- und Toilettenmöglichkeit und den Transport zum Hänger im zwei Kilometer entfernten Rüsselsheim. Danke und ein dreifaches Hipp-Hipp-Hurra!   Die Fahrt war super, die ganze Truppe auch!  Für alle, die eine Kombination von „Camel-Trophy“, Naturbeobachtung, Rudern und Comedy suchen, wärmste Empfehlungen für die Wanderfahrt im nächsten Jahr (Weser)!

Aber jetzt geht’s ja erstmal nach Seligenstadt. Wir freuen uns drauf!

Bettina Gerner


Wanderfahrt zum Segelverein Karlstein

(16.08.2020) Nach der Hitzeschlacht am Mittwoch hat am Sonntag die zweite Wanderfahrt nach Karlstein zu den Seglern stattgefunden.

Wetter war vielversprechend, keine Gewitter angesagt. Mit der Mollebusch und zwei gesteuerten Vierern ging es los.

Die Truppe war bunt gemischt, es haben Masterruderer, Trainerinnen und Trainer, Freizeitruderinnen und -ruderer und junge Erwachsene teilgenommen.

Gemütlich, mit einigen Badepausen, in denen auch den unaufmerksamen oder abgelenkten Steuerleuten ihre Fahnen gestohlen wurden, verlief die Fahrt reibungslos bis zur Schleuse. Die erste Herausforderung war das Erreichen des Schleusenwärters. Nach mehreren Versuchen konnte Steuermann Herbert Schächtle die Durchfahrt klar machen. Mit einem fast 200m langen Schubverband und einer sehr edlen Jacht, deren natograue Farbe jedoch eindeutig den teuren Eindruck zerstört hat und deren Hund sich nicht hat verleiten lassen baden zu gehen, ging es im Zeitlupentempo durch die Schleuse.

Nach der Schleuse hatten alle Boote mit der Hitze und rücksichtslosen Motorbootfahrerinnen und -fahrern zu kämpfen.

Am Segelclub wurden die drei Boote von den Landfahrern Schmitti und Linda, die die beiden Vierer in Empfang nahmen sowie Bettina & Lotti  die tatkräftig beim Anlegen der Mollebusch halfen.

Auch Stanko, Carla und Andrea nutzten den schönen Sommertag zu einem Ausflug zum Seglerheim. Schnell waren einige Biertische und -bänke sowie das mitgebrachte Buffet aufgebaut und die ersten kalten Getränke genommen.

Nach der erholsamen Pause und einem kleinen Besatzungswechsel in der Mollebusch ging es wieder zurück. In der Wassersportzone wurden die Boote besonders herumgeschüttelt, das vorrangige Kommando lautete „Ruder halt“. Offensichtlich (Corona sei Dank?) hatte sich alles, was motorisiert auf dem Wasser unterwegs sein kann, dort verabredet,  Ruderboote auszubremsen. Von Motorbooten über -jachten, Jetski und Wasserskifahrer war alles vertreten. An schönes Wanderrudern war nicht zu denken.

An der Schleuse musste ein langer Stopp eingelegt werden, da erst der Wärter nicht zu erreichen war und dann ein Frachter und ein Fahrgastschiff vorrangig geschleust wurden.

Hinter der Schleuse konnte wieder „schön“ gerudert werden. Bis auf zwei Fahrgastschiffe und wenige motorisierte Gefährte ging es relativ ungestört zum Bootshaus zurück.

Im Schatten der Bootshalle wurden noch die restlichen kalten Getränke vernichtet, bevor alle mehr oder weniger sonnenverbrannt nach Hause gefahren sind.

Anstrengend aber schön war’s!!