Wanderfahrt Saarbrücken bis Trier mit Bericht

(10.08.2019) Vom 10.08. bis zum 15.08. wurde die Strecke von Saarbrücken bis nach Trier auf Saar und Mosel gerudert, hier der Bericht von Bettina Gerner:

‌‌Erinnerungen an die Saar - und Moselwanderruderfahrt mit:

Siegrun und Klaus Stall, Petra  und Harald Beckl, Carla Kovac, Katharina Bechler, Heike (und Werner) Marquardt, Herbert  Diehl, Herbert Schächtele, Martin Brüggemann und Bettina Gerner

Wir fahren am Samstagmorgen in dem dankenswerterweise von Carla und Stanko Kovac zur  Verfügung gestellten Bus und dem zusätzlichen PKW von Petra und Harald los an die Saar.  Die reibungslose Reise führt uns nach Saarbrücken, genauer gesagt zur "Saarbrücker  Rudergemeinschaft Undine" (deren neugebaute Inneneinrichtung mit großzügigem Küchen-  und Essbereich uns durchaus nachahmenswert erscheint). Abladen und Aufriggern von Toni  Wehner und Wolkenstein und dann hinein in die Saar und ab in Richtung Frankreich. Es gibt  dort suppentellergroße Wasserschildkröten und einen Clubreiher (siehe Fotos). Nach einem  leckeren Snack im Biergarten fahren wir in unser Hotel, das uns zwei Nächte beherbergen  soll. MotelOne, eine sehr clevere Hasenkastenvariante! Man kann sich anfangs kaum  vorstellen, wo sich noch überall Stauraum, Kleiderbügel und allerlei Utensilien versteckt  haben! Zum Abendessen gibt´s Mexikanisches - und Tequila!

Sonntag: Super-Frühstück im MotelOne!! Dafür, dass Bettina die Serviceklamotten anhat,  lungert sie ziemlich viel am Büfett und auf den Polstermöbeln rum, aber es ist ja eigentlich  auch Selbstbedienung! Wir rudern nach Völklingen und Saarlouis und sehen viele Überreste der ehemaligen Eisen-  und Stahlwerke, Stahlschrotthalden, riesige Stahlkonstruktionen, die an die Blütezeit der  Industrialisierung erinnern. Besonders beeindruckend imponiert die "Völklinger Hütte",  UNESCO-Weltkulturerbe und seit nunmehr 25 Jahren Austragungsort zahlreicher  Ausstellungen zum Thema Kunst- und Industriekultur. Eine nette Dame, die uns im Kanu Club  Völklingen begrüßt, gibt uns einen persönlichen Einblick in die Geschichte der in der Industrie  arbeitenden Bevölkerung des Saarlands. Trotz und wegen des durch die Stahlproduktion  erreichten Wohlstands, galt Völklingen in den 90er Jahren als die "hässlichste Stadt  Deutschlands". Es lässt sich auch vom Fluss aus erahnen, die Atmosphäre ist dennoch  beeindruckend und berührend. Ein spür- und sichtbares, gigantisches Stück Geschichte.

Am späten Nachmittag fahren wir zurück nach Saarbrücken und verbringen den Abend - dem  Regen geschuldet - nicht auf einer über den Dächern der verwinkelten Altstadt gelegenen  Terrasse, sondern in einem gemütlichen und sehr gepflegten italienischen Restaurant mit  gutem Wein und leckeren Spezialitäten. Apropos Wein (wahlweise Bier) und Spezialitäten:  Hier liegt - neben dem Rudern - die eigentliche Attraktion der Reise!  Manche Angehörige behaupten, man sei überhaupt nur deswegen aufgebrochen....

Am Montag rudern wir ausgeruht und gestärkt nach Merzig. Wir passieren Schleusen und  entfernen uns allmählich von der industriell geprägten Flusslandschaft hin zu romantischen  grünen Ufern und bewaldeten Hügeln. Zwischenzeitlich werden auch andere Aspekte des  Ruderns thematisiert: Die Möglichkeit, in den hohen und steilen Schleusenschluchten Krimis  zu drehen (Wie lange bleibt eine Leiche in der Schleuse unbemerkt?), potentielle Model- Karrieren in Gestalt von Heike als smartes Rudermodel im sportiven Look oder Katharina als  Patin Undercover (man beachte Hut und Brille!). Nach etwa 30 Ruderkilometern beenden wir  die Montagsetappe mit einem Abendessen im "Kartoffelkeller", Trier. Studien zu den  Bewohnern des Saarlands und Umgebung bestätigen auch hier den Hang zur Wortkargheit  und die strikte Ablehnung von Zögerlichkeit und zu viel Reflexion ("Also, was jetzt!!?"). Der  von Carla konsequent durchgezogene Versuch, Saarländer vom Wasser aus zu grüßen wurde  so gut wie immer ignoriert und mitunter als Bedrohung verstanden.

Am Dienstag haben Siegrun und Klaus, denen an dieser Stelle nochmal unser aller Dank für  die Super-Organisation und herzliche Betreuung zukommt, einen Kulturtag in Trier  vorgesehen und eine Stadtführung geplant. Eine beeindruckende Stadt mit so vielen  Sehenswürdigkeiten, dass allein die römischen Kulturdenkmäler zu besichtigen, Tage dauern  würde. Wir bleiben auf den Spuren der UNESCO-Kulturstätten. Auch Trier- als älteste Stadt  Deutschlands - ist eine! Nach Führung, Stadtbummel und Kirchenbesuchen treffen wir uns  natürlich wieder zum Essen und Trinken. Treffpunkt "Weinhaus": Weine von der Mosel, meist  Riesling, Favorit: "Blauschiefer". Heute haben Heike und Werner uns verlassen, und Herbert  Schächtele nimmt Heikes Platz beim Rudern ein.  Im Weinhaus spielt er natürlich in einer eigenen Liga! Das Weinhaus liegt nicht weit vom  "Karl-Marx-Haus", sensationell: in Trier gibt´s Karl-Marx-Ampelmännchen! (aber nur an einer  Fußgängerampel...)

Am Mittwoch rudern wir durch die berühmte Saarschleife bei Orscholz. Nach einer  landschaftlich schönen Strecke beenden wir die Etappe in Saarburg, hier entstand das schöne  Titelbild! Am Abend kehren wir im "Weinhaus Kesselstatt" ein. Das Stammhaus derer von  Kesselstatt lag im 14. Jahrhundert in Hessen, nämlich in Hanau!  So kommt es, dass wir uns wie zuhause fühlen und erneut einen genussreichen Abend  verbringen.

Donnerstags rudern wir eine etwas kürzere Strecke: Von Saarburg nach Konz zur Mündung  der Saar in die Mosel und dann nach Trier. Interessant ist eine Bootsschleuse, deren  Betätigung uns nicht geläufig ist." von außen den grünen Hebel umlegen...!" Schlecht, wenn  man schon drin ist! Naja, gemeinsam sind wir unschlagbar und bewältigen auch diese  Herausforderung mit angelegten Skulls - und Ohren.  Abends schließen wir unseren Trier Aufenthalt abermals im Weinhaus ab. Als Fazit müssen  wir anerkennen, dass auch ein etwas ausgedehnterer Weingenuss keinerlei störende Folgen  nach sich zieht, will sagen:  kein dicker Kopf, Benommenheit oder sonstige gesundheitliche Störungen.  Moselwein ist sehr bekömmlich!

Am Freitag wird auch noch eine Etappe gerudert, ein schönes Stück Mosel. Endgültiger  Abschluss der Flussreise findet in der kleinen Marina "Moselherz" in Pölich statt. Hier kommt  es zu einer kriegerischen Begegnung zwischen Franken, die einerseits durch unsachgemäße Lagerung ihrer Boote unsere Landung am Steg  erschweren und andererseits einfach zu lange zum Aufladen brauchen. Unser fränkischer  Freund Herbert S. kennt hier keine Verwandten mehr, es fällt ihm schwer, sich auf eine  verbale Auseinandersetzung zu beschränken.  Schließlich wollen wir ja schnell heim, um noch Vorbereitungen für die Interne Regatta am  Folgetag zu treffen.

Zusammenfassend war auch diese Wanderruderfahrt eine Aneinanderreihung von Highlights  und ein wunderschönes gemeinschaftliches Erlebnis. Wir freuen uns auf die nächste!!!

Herzliche Ruder Grüße Bettina

Bilder Abfahrt und erste Route, Samstag, 10.08.2019:

Bilder Sonntag, 11.08.2019:

Bilder Montag, 12.08.2019:

Bilder Dienstag, 13.08.2019 - Ruhetag in Trier mit Stadtführung

Bilder Mittwoch, 14.08.2019

Bilder Donnerstag, 15.08.2019

Letzte Etappe, Freitag 16.08.2019